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Der Rebschnitt

Augenscheinlich tut sich nicht viel im Winter; die Vegetationsruhe ist eingekehrt, Kälte lässt das Treiben in der Natur fast erstrarren und auch im Weinberg geht nichs voran. Doch hier lohnt es sich genauer hinzuschauen. Jetzt im Winter legen wir mit dem Rebschnitt die Qualitätsweichen für das kommende Jahr. Von weitem nicht erkennbar schneiden wir im Weinberg alle Triebe der Rebe bis auf einen ab. Aus dieser Fruchtrute, einem verholzen Trieb des Vorjahres, werden alle Trauben des Jahrgangs 2018 wachsen. 

Und genau da kommt das Fingerspitzengefühl des Winzers zum tragen. Neben der großen Frage "Wie viel Ertrag möchte ich" kommen die vielen kleinen Entscheidungen "Wie wächst der Stamm?" "Wie soll der Stamm in 10, 20, 30 Jahren wachsen?", "Ist das Holz, das ich anschneide gesund oder krank?", "Hat die Rebe genug Kraft um die Trauben zu ernähren?". 

So kann man beim Rebschnitt nie nach Schema X vorgehen sondern muss sich jeder Rebe genau anschauen und immer wieder neu entscheiden. Eine Arbeit, die bei uns nur von Fachkräften und Azubis erst ab dem 2. Lahrjahr durchgeführt wird. Denn was beim Rebschnitt falsch gemacht wird, verfolgt einen in der ganzen Vegetationszeit und darüber hinaus. 

März 2018

 
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