Wir entlasten die Weinberge

Die Trockenheit hält an bei uns.

Es gibt immer Reben, die nicht so schnell wachsen wie die Geschwister nebenan. Darum bleibt es bei uns nicht nur beim Bewässern der Weinberge. Alle Reben, die uns zu schwach erscheinen, die nicht so stark gewachsen sind wie die Mehrheit der Stöcke im Weinberg, werden gezielt entlastet.

Dazu schneiden wir alle Trauben der schwächelnden Stöcke ab. Dadurch muss die Rebe keine Energie mehr in die Produktion von Trauben stecken, sondern kann sich ganz darauf konzentrieren zu wachsen und gesundes Holz auszubilden.

Unser Ziel ist es, die Stöcke gesund zu erhalten. Nur von gesunden Reben können wir beste Trauben für unsere Weine ernten.

Wasser Marsch

Was wir befürchtet haben, ist Wahrheit geworden: es ist zu trocken – wir müssen unser Jungfeld bewässern.

Zum Glück sind wir der Trockenheit nicht schutzlos ausgeliefert. In unseren Jungfeldern und in den Weinbergen, die besonders unter der Trockenheit zu leiden haben, haben wir ein Beregnungsystem installiert.

Hier können wir punktgenau den Reben Wasser zufügen. Durch das Tropfen auf immer die gleiche Stelle am Boden haben wir dort nur eine kleine durchfeuchtete Oberfläche, die austrocknen kann. Das Allermeiste des Wassers – über 95% – sickert in den Boden und erreicht die Rebwurzeln.

So kommt die Rebe auch mit einer minimalen Wassergabe aus. Momentan beregnen wir unsere Weinberge mit 5 l / Rebe. Das ist etwa eine halbe Gießkanne. Auf der Terrasse ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber im Weinberg meistens schon alles, was die Rebe braucht.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Die Trockenheit hält uns alle im Griff.

Ob wir wirklich schon die Weinberge beregnen müssen, überprüfen wir mit Hilfe einer Scholanderbombe. Dazu wird ein Blatt der Rebe vorsichtig gefaltet und in eine Druckkammer gespannt. Mit einer Luftpumpe wird Druck auf die Kammer mit dem Blatt ausgeübt. Sobald so viel Druck ausgeübt wurde, dass die Saugspannung, mit der das Blatt Wasser aus dem Boden aufzieht, überwunden wurde, tritt das Wasser am Blattstiel wieder aus.

Je höher diese Saugspannung ist, umso mehr Kraft muss die Rebe aufbringen, um sich mit Wasser zu versorgen. Also umso mehr Stress leidet die Rebe. Es ist wie bei uns Menschen: ein wenig Stress kann unter Umständen ganz gut sein, aber sobald es zu viel wird, muss gegengesteuert werden. Dann wird beregnet.

Leider lässt sich das Blattwasserpotential nur vor Sonnenaufgang messen. Bis 5:00h morgens muss also alles gemessen und notiert sein. Dafür leistet der Mond uns aber Gesellschaft.

Bestnoten für den Hahn Kabinett

Während wir die Rebblüte und das Wachstum des Jahrgangs 2022 bestaunen, erreicht uns die aktuelle Ausgabe des Weinmagazins Falstaff (Juni 2022). Unter dem Titel „Schwerelose Eleganz“ wurden die besten Kabinett (liebevoll Kabi genannt) des Jahrgangs 2020 und 2021 bewertet. Wir freuen uns über 92 Punkte für unseren Bacharacher Hahn Riesling Kabinett von 2021 mit der wunderschönen Beschreibung: „…reife und köstliche Frucht, die Süße wird gut von der selbstbewussten und tragenden Säure geleitet, viel Saft und Cremigkeit, schöne Schiefermineralität.“

Darauf stossen wir mit einem Hahn Kabinett an!

Kleiner Weinberg ganz groß

Knapp 6 Wochen ist unser junger Riesling-Weinberg alt und er wächst wunderbar.

Mittlerweile haben wir die ersten Unterstützungsvorrichtungen im Weinberg errichtet; die Stickel sind in den Boden geschlagen und Drähte gespannt. Die Reben sind in Papiertüten gepackt, damit Rehe und Hasen keine frischen Triebe abknabbern. Aber lange halten die Tüten nicht mehr; die ersten Reben schauen schon über den Tütenrand hinaus in die Welt.

Blüte der Reben

Die Reben im Bacharacher Hahn fangen an zu blühen. Recht früh, in der ersten Juni-Woche, habe unsere Riesling-Reben mit der Blüte angefangen. Die Käppchen, grüne Blütenblätter, die als „Schutzhülle“ über den Staubgefäßen wachsen, fallen ab und die Staubgefäße spreizen sich von dem Stempel der Blüte ab. In den nächsten Tagen werden die Staubgefäße nach der Bestäubung abfallen und der Fruchtknoten wird in den nächsten 120 Tagen zur Beere heranreifen.

Normalerweise sollten die Reben rund um den Johannistag, den 24. Juni, blühen. In den besten Lagen sind wir nun  2 Wochen voraus. Der Jahrgang verspricht spannend zu werden.

Der Weinberg wächst

Vor gut drei Wochen haben wir unseren jüngsten Riesling-Weinberg gepflanzt. Der Sonnenschein und nicht zuletzt der Regen der letzten Tage hat die kleinen Reben wachgeküsst. Hier wächst das nächste Stück Weinguts-Geschichte heran.

Unsere Arbeit in den nächsten Wochen ist es, die kleinen Triebe auszudünnen (ein Trieb pro Rebe genügt in diesem jungen Alter), Rehe aus dem jungen Weinberg zu vertreiben und ganz viel zu hacken – beste Bodenlockerung für die kleinen Rieslinge.

2022 in den Startlöchern

Im Weinberg wächst es wieder.

War die Rebentwicklung Mitte April noch etwas gezügelt, haben die sonnigen, fast sommerlichen Tage im Mai den Weinberg deutlich angeschoben. Die Reben treiben aus und recken ihre Blätter der Sonne entgegen. Bei genauem Hinsehen kann man schon die ersten Trauben erkennen. Jetzt heißt es ganz besonders vorsichtig im Weinberg arbeiten, damit der Jahrgang 2022 sich gut entwicklen kann.